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Wissenschaftliches Statement der DG PARO zu PerioTrap

5.
Februar 2026

Die Deutsche Gesellschaft für Parodontologie (DG PARO) begrüßt innovative Forschungsansätze, die darauf abzielen, parodontopathogene Keime gezielt anzugehen und dabei das ökologische Gleichgewicht des oralen Mikrobioms zu berücksichtigen. Der Wirkstoff Guanidinoethylbenzylamino-Imidazopyridin-Acetat stellt einen solchen neuartigen Ansatz dar, da er nicht breit antimikrobiell wirkt, sondern selektiv auf ein häufig bei Parodontitis anzutreffendes Bakterium wirkt.

Es handelt sich hierbei um Porphyromonas gingivalis ein gram-negatives, anaerobes, stäbchenförmiges Bakterium, welches mehrere Virulenzfaktoren u.a. das Potential in humane Gewebe einzudringen, aufweist. Das neuartige Produkt zielt auf zentrale Virulenzmechanismen von Porphyromonas gingivalis ab. Für diesen Wirkmechanismus liegen mittlerweile belastbare präklinische Daten aus unabhängigen, sehr erfahrenen Forschungslaboren vor, die zeigen, dass durch die Hemmung der bakteriellen Glutaminylcyclase pathogene Eigenschaften von P. gingivalis abgeschwächt werden können, ohne die in den experimentellen Modellen selektiv ausgewählten Bakterien zu beeinträchtigen. Diese Laborstudien zeigen einen wissenschaftlich interessanten Ansatz für das übergeordnete Konzept einer möglichen mikrobiomschonenden Prävention.

Die DG PARO weist darauf hin, dass parodontale Erkrankungen keine klassischen Infektionserkrankungen sind, die durch ein spezifisches Bakterium hervorgerufen werden. Es handelt sich vielmehr um eine opportunistische und vor allem polymikrobielle Infektion. Für das orale menschliche Mikrobiom sind bisher 774 unterschiedlichen Spezies identifiziert, die in einem Biofilm organisiert sind. Ein solcher Biofilm ist zunächst mit oraler Gesundheit vereinbar und wird durch die körpereigenen Abwehrkräfte im Gleichgewicht gehalten. Im Rahmen der Krankheitsentstehung verschiebt sich, unter anderem durch die Wechselwirkungen zahlreicher Bakterien, dieses Gleichgewicht in Richtung Krankheit.

Gleichzeitig betont die DG PARO ausdrücklich, dass eine Zahnpasta mit einem solchen Wirkstoff keine Parodontitistherapie ersetzen kann. Die Behandlung der Parodontitis erfordert weiterhin eine strukturierte, systematische Therapie, die auf professioneller Diagnostik, mechanischer Biofilmentfernung und unterstützender Nachsorge basiert.

Der Einsatz innovativer Zahnpflegeprodukte mit selektiver antibakterieller Wirkung sollte daher immer im Kontext einer zahnärztlich oder dentalhygienisch begleiteten Parodontitistherapie erfolgen und individuell mit der behandelnden Zahnärztin, dem behandelnden Zahnarzt oder der Dentalhygienikerin bzw. dem Dentalhygieniker besprochen werden.

Darüber hinaus weist die DG PARO darauf hin, dass die klinische Wirksamkeit und der Zusatznutzen solcher Wirkstoffe bislang nicht durch randomisierte kontrollierte klinische Studien belegt sind. Entsprechende klinische Daten sind erforderlich, um den Stellenwert dieser Substanzen in der Prävention und der unterstützenden Therapie evidenzbasiert bewerten zu können.

Die DG PARO sieht im vorgestellten Wirkprinzip ein interessantes und potenziell zukunftsweisendes Konzept, dessen weitere wissenschaftliche und klinische Evaluation ausdrücklich zu begrüßen ist.

Pressekontakt
Prof. Dr. Bernadette Pretzl
Dr. Sonja Sälzer, PhD

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